Roadtrip in die Alpen – Aufbruch ins Krampengebirge

 In Allgemein, Alpen

Da ich noch nie in den Alpen war, und diese unbedingt noch vor Anbruch des Winters sehen wollte, reservierte ich Ende Oktober bei Sixt einen Golf , packte meine Tasche und marschierte ins Bonner Hilton. Dort entpuppte sich der Golf als Peugeot 3008, dessen Innenraumdesigner noch nie etwas von Menschen jenseits der 1,85m Demarkationslinie gehört hatten. Nachdem ich mich aus dieser Zumutung wieder rausgepellt hatte, reklamierte ich den Wagen und stand vor der schweren Entscheidung entweder einen Mercedes GLK oder einen 5er BMW Kombi zu nehmen. Immerhin wollte ich ordentlich Kilometer schruppen und so eine Schrankwand wie der GLK erschien mir dann doch zu schluckfreudig für meine antizipierten Rechtsfußbewegungen. Also nahm notgedrungen das kleine, weißes Upgrade, welches zwar eine Ziffer weniger im Namen hatte, dessen 530d xdrive sich aber schöner als 3008 anhörten.  Die Harman Kardon Anlage in dem Wägelchen leistete ebenfalls fleißig ihren Beitrag zum guten Klang. Also raus aus der Tiefgarage, einen Freund abgeholt und ab auf die A61 in Richtung Stuttgart. Leider war auf der Strecke fast ein durchgehendes Tempolimit, nachdem ich auf der Rückfahrt aber den Irrsinn A3 ertragen musste, war ich im Nachhinein doch ganz froh über das entspannte dahingleiten. Nachdem ich meinen Mitfahrer in Stuttgart abgeliefert hatte, holte ich mir dort noch eine österreichische Autobahnvignette und fuhr weiter in die Berge. Einem menschlichen Bedürfnis folgend, verließ ich das Betonband und fand mich im wunderbaren Vorland wieder.

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Da steht er nun, der weiße 90000€ Hengst in der voralpenländischen Abendsonne.


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Ein paar Windräder in derselben Abendsonne. Nicht nur zum Ausgleich meines ökologischen Gewissens, ich mag die Teile einfach.


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Ta-da! Die Alpen! Majestätisch stehen sie am Horizont. Auch bekannt als Krampengebirge in dessen Tzatzikiregionen der Bergbrettermeier haust. Zum Glück hatte ich immer einen Gemüsehobel dabei, so dass er aus Angst um seine Gurke lieber in seinem Versteck blieb. Und wer das nicht verstanden hat, der sollte sich dringenst kulturell weiterbilden.


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Noch ein paar mehr Berge. Geiler Anblick und eine tolle Atmosphäre an dem Ort.

Eigentlich wollte ich die Bilder von anderer Stelle machen, bevor ich den schönen Punkt gefunden hatte. Auf dem Weg dorthin, sah ich zwischen den Bäumen die Berge durchschimmern und einen Waldweg in Richtung der Berge. Da mich mein Orientierungssinn noch nie enttäuscht hatte, begab ich mich in eben diesen und versuchte eine Lichtung oder einen unbewaldeten Abhang zu finden, von aus ich Bilder machen konnte. Leider hatten die Waldbesitzer beschlossen, meinen Orientierungssinn hinters Licht zu führen, und führten den Weg über diverse Kurven auf eine amtliche Moddergrube zu. Um nicht schon am ersten Tag das Auto an den Gott des Schlamms opfern zu müssen, drehte ich auf dem durchaus schon schlammigen Waldweg um, und war wahrlich froh, dass der Wagen einen Allradantrieb hatte. Die Furchen im Schlamm waren jedenfalls beachtlich! Weiter ging es dann in Richtung Fernpass. Hätte ich vorher auch mal auf die Karte geschaut, dann hätte ich mich auch nicht darüber gewundert, dass auf einmal die Autobahn weg war. Und beim nächsten mal schau ich vorher auch mal auf eine Spritpreisvergleichsseite, in Österreich war der Diesel doch noch ein paar Cent billiger und ich Depp hatte den Tank grade noch vor der Grenze vollgerüsselt. Der Fernpass selbst ist eine wunderbare Cruiserstraße, viele Kurven, tiefe Wälder, hohe Berge und ein entspannter Verkehr. Als dann ein Parkplatz am Rand auftauchte, fuhr ich für eine kleine Pause ran, nicht wirklich ahnend, was mich dann erwarten würde.

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Die Zugspitze. Leider ohne Dampflok drauf. Oder haben die Namensgeber bei der Benamsung gar nicht an Eisenbahnen, sondern an zugigen Wind gedacht? Die Erklärung, dass Lawinenwege früher Züge genannt wurden, ist jedenfalls zu einfach. Da wäre es doch viel spannender unbeantwortbare Fragen zu stellen: Bauten Aliens einen Bahnhof unterhalb des Berges? Hat jemals jemand bewiesen, dass die Zugspitze nicht von Magiern aus dem äußeren der Hohlerde erschaffen wurde? Denken Sie einmal drüber nach!!


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Lügenpresse!! Das ist gar nicht die Zugspitze da hinter dem Schild!! Keine Ahnung wie der Berg heißt, aber als Flachlandkind war ich so von den aufgestapelten Steinmassen geflasht, dass ich gar nicht so viele Bilder machen wollte, weil ich lieber die Berge un gefiltert und nicht durch den Sucher sehen wollte. Der Parkplatz was auch schon leer, das Gasthaus hatte kaum noch Gäste und die Angestellen waren schon fleißig am saubermachen. Zauber der Nebensaison, man besucht du tollsten Aussichtspunkte und ist allein in kühler, frischer Luft, ohne dem olfaktorischen Anschlag einer modebewussten und scent-optimierten Flavordesignerin ausgesetzt zu sein. Tief beeindruckt hat mich die Spiegelung des Alpenglühens im See, die Kamera hat hier leider nur einen Bruchteil der natürlichen Farben und Kontraste einfangen können. Und meine Photoshopskills sind noch ausbaufähig.


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Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich, als eigentlich nicht BMW Fan, derzeit den 5er Kombi als hübschesten Kombi empfinde? Mercedes kann man knicken, das Kellerfenster mit den Zwiebelringen sowieso, der Superb liefert nicht genug Leistung, die Franzosen sind leider Franzosen und nicht für preußische Gardemaßmenschen gebaut. Optisch und vom Nutzwert kann nur der Ford Mondeo mithalten, bietet zwar auch nicht so viel Leistung und fährt sich teilweise etwas seltsam, aber kostet nichtmal die Hälfte von dem was da auf dem Parkplatz steht. Der weiße hat insbesondere in den Kurven sehr viel Spaß gemacht 🙂


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Im Wasser ist das Alpenglühen, oben ists einfach zu heiß.

Im Gasthaus zum Zugspritzblick hab ich dann doch nicht übernachtet, die Kilometerfresswahn war einfach zu stark. Das mit dem Fressen ist aber auch ein scheiss Laster. Vor allem in solch einem Laster. Ich bin dann noch bis Innsbruck gekommen, hab mich im dortigen Hofer mit diversem Krims und Krams eingedeckt und die örtlichen Hotels gecheckt. Übernachtet hab ich dann im Leitgebhof in Igls, leicht oberhalb von Innsbruck. Ein kleines, unscheinbares Hotelchen, leicht oberhalb des eigentlich Ortskerns von Igls, aber dafür mit wunderbarer Aussicht, eigenem Garten mit Grillecke und einem brauchbaren Frühstück

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Blick seitlich vom Zimmerbalkon.


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Terasse des Leitgebhofs, hier lässt es sich aushalten und das Arschloch Hitler hatte auf seinem Berg auch keine substantiell bessere Aussicht.


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Majestätische Steinhaufen. Sogar mit Puderzucker bestäubt. Die denken echt an alles!


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Schön die unterschiedlichen Vegetationszonen zu sehen.


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Inns‘ Bruck, die Brücke über den Inn gab der Stadt ihren Namen. Am Fuße des Brenners gelegen, war sie schon vor dem Mittelalter ein wichtiger Ort auf der Route zwischen Italien und Deutschland. Allerdings mussten die Reisenden damals noch zu Fuß, per Pferd oder Kutsche reisen, Seilbahnen kamen erst deutlich später hinzu und selbst heutzutage gibt es immer noch keine durchgehende Seilbahnverbindung zwischen Italien und Mecklenburg.


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Ta-Da, der Brenner ist da. Auf die Karte blickend, hatte ich gesehen, dass der Gardasee ja gar nicht so weit entfernt war. Also rin ins Auto und ab zum Tümpel. Noch die Maut für den Pass bezahlt und die Pferdchen laufen lassen. Beeindruckend auf der Fahrt waren die vielen LKW, deren Maschinen auf Vollast ihre Abgase flirrend in die Landschaft bliesen, um ihre Terminfrachten ja rechtzeitig abzuliefern. Zwischendrin blieben auch ein paar liegen, wieder einmal war ich froh den Job nicht machen zu müssen. Allerdings haben die LKW Fahrer, trotz allen Stresses der Fahrt eine hammergeile Aussicht aus ihren Eckbüros.


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Der Brenner. Majestätische Berge, wunderbare Bäume und die unübersehbaren Folgen der Lean Production und ROI Optimierung. LKW über LKW über LKW. Und alles nur um das gebundene Kapital möglichst klein zu halten. Eine virtuelle Größe, die nicht an real existierende Dinge gekoppelt ist. Und um diese virtuelle Ressource zu schonen, werden echte Ressourcen vernichtet. Und wenn man das dann lange genug vollmundig, anzugtragend, im Brustton der Überzeugung als tolle Sache verkauft, dann werden weiter Autobahnen zu Parkplätzen und Kriege um Sprit geführt damit die BWLer glücklich sind. Und stimmt am Ende das Ergebnis nicht, tja, dann wird halt die Formel angepasst.


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Das sieht schon ziemlich italienisch aus, auch wenn die Zypressen noch Pappeln sind.


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Brumm Brumm Brumm, sie dieseln in der Gegend rum.


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So sieht es in Nößlach aus, ein schöner Übernachtungsstop wenn man nicht nach Italien durchreiten will.


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Das Landhaus Eppacher hat sich ein schönes Schildnamensdingsbum gebaut.


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Weinfelder mit tollen Bergen im Hintergrund


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258PS und 560Nm die mir auf den Autobahnen und den kurvigen Bergstraßen viel Freude machten. Vor allem auf der Alpenhochstraße und dem Stilfser Joch. Und im Sportmodus drehen tatsächlich alle 4 Räder durch. Eine hübsche Gaudikarre. Einziger Nachteil sind die Proletenfackeln, man kann einfach nicht in Ruhe vor sich hinkullern da alles und jeder vor einem nach rechts rüber fährt.


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Der Gardasee! Majestätisch liegt er da, nur leider dräut am Horizont schon die Wolkenfront. Dafür konnte ich Ende Oktober noch eine Runde Palmen und Sonnenschein genießen. Es tat sich richtig gut einfach nur in der Sonne bräsig vor sich hinzudösen und das sauleckere Mittag aus dem la terrazza zu verdauen.


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See, Sonne , Sedimenthaltiges Sebirge


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Und das Wasser war sehr klar und lud zum Bade. War aber doch etwas zu frisch dazu, es musste reichen den Fuß reinzuhalten.


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Blick Richtung Norden, da oben liegt das zukünftige Wasser des Sees. Und da oben der Bergbrettermeier haust, besteht der See wohl zu großen Teilen aus Brettermeierjauche


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So eine lange Wasserrutsche hab ich vorher noch nie gesehen. Von wegen in den USA ist alles eine Nummer größer, Italien ist auch ganz vorn mit dabei.


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Ein malerisches Dörflein am Ufer mit jeder Menge Zypressen und nem Hügel im Hintergrund. Leider waren keine kalifornischen Kifferhopper anwesend, die hätten sich garantiert über die Namensgebende Landschaft gefreut.


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So geil die Aussicht, so scheisse die Anfahrt. Die Wege hoch in die Berge sind schmal, kaum eine Autobreite breit, rechts und links mit Mauern versehen und wehe es gibt Gegenverkehr. Dann beginnt das große rumrangieren. Aber es ist alles machbar mit Geduld und Rückfahrkamera.


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Eine original italienische Seetaube. Und der Strand verspricht eine 1A Fussmassage. Einfach eine Runde rumlaufen und alles war wieder entspannt.


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Gelb und schlossförmig, aber nicht von einem Asbeck bewohnt.


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La Restaurante indem ich die besten Gnocci meines Lebens aß. Natürlich hab ich sie standesgemäß als Knotschi bestellt. Erfreulich find ich den Wasserpreis, für einen Euro bekommt man eine ganze Kanne des klaren und kühlen Nasses während in Deutschland überteuertes Flaschenwasser, angeblich aus Italien,  vertickt wird.


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nix mehr worte

 

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auch nix mehr weitere worte


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Hab keine gepflückt und keine verkostet. Könnt man aber bestimmt ein schönes Öl draus pressen.


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Schöen Straße mit netten Bäumen und wundertollen Gehöften rechts und links. Und wenn man nach dem Baden zu Fuß zurück geht, hat man auch genug Sport für 2 Tage gemacht.


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Die bösen Wolken kommen näher.


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Als ich unten beim Schiff ankam, das sich als Fähre entpuppte, waren die Wolken schon über mir. Enttäuscht davon, dass die Berge schon wieder ins Flachland übergingen, schnappte ich mir meine Karte, und stelle ganz überrascht fest, dass Venedig ja nur 140km entfernt war. Also noch ein Eis geschlabbert, den Zossen eingespannt und auf auf die Autostrada di brumadibrummbrumm und der Lagunenstadt entgegenbraust. Die Zufahrt war schon etwas besonderes, erst durch Industriegebiete, Hafenanlagen, einen Damm entlang auf dem mir eine Bahn entgegenkam, zum Fährterminal und mit der grade angekommenen Fähre rüber auf den Lido. Aber davon beim nächsten mal mehr.

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