Roadtrip in die Alpen – Von Venedig nach Bormio

 In Alpen, Reisen und Bilder

Nach einem tollen Tag in Venedig kam ich abends wieder auf dem Lido an, nur um festzustellen, dass es im Hotel an dem Wochentag keine Pizza gab. Und sowas nennt sich Italien?! Frechheit! Also ging ich dann trotz Blasen an den Füßen und anfangendem Muskelkater nochmal raus und das entpuppte sich als absoluter Glücksfall. Viele Hotels waren in Winterpause, die Straßen ruhig und leer, nur ein paar kleine Lokale hatten noch offen, leider zu ziemlichen Mondpreisen. Zum Glück fand ich aber noch einige kleine Imbisse und was ich da bekam war sehr lecker. Viel besser als in Restaurants. Und so wie die Venezianer Kirchen bauen können, so super können sie auch kochen. Die Nebensaison hat auch ihre guten Seiten, dann gibts an den Imbissen die guten Dinge, nicht die für Touristen. Gut, die Erstnachtcalzone auf der Dachterasse war natürlich ungeschlagen und von daher war es gut, dass ich 2 Nächte blieb. Beim nächsten mal gern auch noch länger.

Morgens gabs dann Muskelkater und Blasen zum Frühstück und nachdem ich die Fähre verpasste, die Erkenntnis beim nächsten mal vorher auf die Fahrplan zu schauen. Auf selbiger gabs dann auch noch einen schönen 1 Euro Espresso und ein paar Abschiedsblicke auf Venedig.

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Die Einfahrt zum Canale Grande, links daneben geht es zum deutlich grandigeren Canale della Guidecca.

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Ein ganz knapp noch trockener Markusplatz mit vielen Touristen unter bunten Regenschirmen die wie die Ameisen hin- und herwuseln. Und eine Insel weiter gibt es nicht weniger schöne Ecken und keine Touristen mehr.

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Dank der neuen Hyperraumfähren ist auch ein kleiner Kurztrip nach Pisa drin, immerhin ist das auf dem Bild ja auch ein schiefer Turm. Leider ist die Fähre in der Realität nur eine Autofähre und der Turm gehört zur Kirche Santo Stefano. Besonders an dieser Kirche ist, dass sie nicht nur einen schiefen Turm hat, sie wurde auch über einem Kanal errichtet, d.h. man kann mit einem Boot unter der Kirche hindurch fahren. Ich weiß leider nicht, ob dort auch Drive-thru Gottesdienste angeboten werden oder im Lagunenwasser getauft wird. Bei Hochwasser kann man vielleicht auch hineinfahren, aber hoffen wir, dass dies nicht zu häufig vorkommt.

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Kirche mit optimaler Verkehrsanbindung. Fehlt nur noch das davor parkende Wasserflugzeug.

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Stapel, stapel, stopf, stopf. Alles ist eng, alles ist anders. So viel Spannung und Abwechslung auf einem Fleck. Für kulinarische Abwechslung sorgt auch der Fischmarkt, bis auf den aus den Simpsons bekannten dreiäugigen Fisch gibt es dort alles.

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Ein letzter trüber Blick auf diese doch sehr farbenfrohe Stadt und auf zwei Bewohner, die sich über steigende Wasserstände keine Sorgen machen brauchen.

Hinter Venedig und den malerischen Industriegebieten im Hinterland ging es dann wieder auf die Autobahn. Wie vorgeschrieben den Tempomat auf 130 gestellt und losgerollt. Und mich gewundert warum ich alles und jeden überholte. Und es kann nicht nur an den Proletenfackeln (BMW Tagfahrleuchten) an der Fahrzeugfront gelegen haben, auch auf den anderen Spuren waren alle deutlich langsamer unterwegs. Also trotz Zeitdruck mit schlechtem Gewissen an einem Rasthof raus und beim ADAC nach den italienischen Tempolimits geschaut. Sollte ich etwa etwas übersehen haben? Aber der ADAC schrub, sagte und teilte mit, dass auf italienischen Autobahnen Tempo 130 gelte, wenn nichts andere angezeigt ist. Und es war nichts anderes angezeigt. Also wieder rauf auf die Bahn und alles überholt was da so rumfuhr. Als dann der Regen aufhörte, geschah etwas unerhörtes, die anderen Autofahrer beschleunigten und fuhren auch wieder 130. Wie ist das möglich? Ganz einfach, bei Regen darf man auf italienischen Autobahnen nur 110 fahren. Wusste ich nicht, wusste der ADAC nicht. Aber eine andere Webseite wusste es und nun wissen auch ADAC und ich es. Zur Überwachung des Tempolimits werden in Italien Sektorkontrollen durchgeführt, es wird also ermittelt, wie lange ein Fahrzeug für eine Strecke benötigt. Zum Glück kam aber nach dem Urlaub kein Brief aus Italien, und so hoffe ich nach einem halben Jahr, dass da auch nichts mehr nachkommt. Nachtrag: Vermutlich war ich lange genug auf dem Rastplatz um wieder in der Zielzeit zu liegen. Was lernen wir daraus? Rasen lohnt sich nicht mein Darling. 

Die Route hatte ich mir noch am Vorabend rausgesucht. Eigentlich wollte ich ja auch noch nach Wien, ein Stück Sachertorte essen, aber das war ein ziemlicher Umweg und ich wäre viel zu wenig in den Bergen unterwegs gewesen. Zum Glück fiel mir ein Artikel über befahrbare Alpenpässe in die Hände und da waren neben einigen französischen und schweizer Schotterpisten auch das Stiflsjoch und die Großglocknerstraße dabei. Und beides sehr günstig auf dem Rückweg gelegen.

Und so blubberte der Diesel entspannt wieder in Richtung Norden, die Harman/Kardon Anlage verwöhnte meine Ohren, der Bass massierte meinen Rücken, das regnerische Grau verzog sich und das Grün der Berge trat hervor.

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Leider hab ich zu den Bildern keine genauen Ortsangeben, ich kann nur sagen, dass sie irgendwo zwischen Venedig und Bormio entstanden und dass es hilfreich war, einfach mal rechts und links abzufahren und die Serpentinen hochzutuckern.

Dabei trifft man dann auf urige kleine Dörfchen, in denen man ganz vergisst Bilder zu machen, einfach weil man genug beschäftigt ist, den Wagen irgendwie durch die engen Gassen zu bekommen. Und das war trotz Piepser an allen Ecken und Rückfahrkamera nicht so einfach. Vor allem aus dem Grund, dass die Teile quasi dauernd piepsten weil es überall schweineng war. Die haben früher einfach nicht zukunftsorientiert auf 5m lange Kombis hin gebaut. Heute sind wir weiter und bauen unsere „Häuschen im Grünen“ in eine Betonwüste bei der sich das Grün auf die 4m² Vorgarten und den kirschlorbeerbewehrten Rollrasen hinterm Haus beschränkt. Aber dafür passen 2 Kombis und ein SUV vor die von Vertikalschotter bewachte Tür. Braucht man ja, zum Schrippen holen und für Zwecke und Zeugs.

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Wat willste da noch sagen, außer den Unterkiefer auszuklinken und zu staunen.

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Eine kleine Straße die einfach mal rechts ab ging. Und ich bin da nicht einfach wegen der Kurven hoch, auch die Aussicht war klasse.

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Mal kurz hinter Tirano die Kamera aus dem Autofenster gehalten. Tirano selbst ist auch äußerst sehenswert, die Hauptstraße dort bietet ein einmaliges Panorama. Leider hab ich mich selbst zu sehr gehetzt um es zu genießen und bin zu schnell da durchgebraust. Die Parkuhren am Straßenrand taten dann ein übriges dazu nicht anzuhalten. Immerhin ging es danach mit einem meiner absoluten Lieblingsbilder weiter.

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Das ist leider kein Turm aus Farcry. Als ich das Funkgerät oben auf dem Turm zertöppert hatte, hat sich leider keine Karte aufgedeckt. Und das, obwohl die Grafik in diesem Mod echt gelungen ist.

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Auch in den Alpen gibt es eine Legalize it! Bewegung. Hier ein Foto ihrer allwöchentlichen Demo im Ortskern.

Abends hatte ich mir dann ein schönes Hotel genommen, war in einem Tourifallenlokal (Espresso 2,80) mit erstaunlich vielen Italienern und hatte eine nicht so wirklich gute Pizza. Dafür war das Hotel dann umso besser. Das Miramonti Park Hotel hatte ein ein in der Nebensaison leider nicht geöffnetes Restaurant, aber dafür eine tolle Wellnessetage mit Pool, verschiedenen Saunen, Außenwhirlpool, Aromaduschen und Saunaeisdingsbums. Vor allem der Außenwhirlpool war der Oberhammer. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt lag man draußen im warmen Wasser, den Sternenhimmel über sich, leicht aufsteigender Dampf neben einem. Das änderte sich, als ich dann die Sprudelei einschaltete. Da wurde aus dem warmen Tümpel ein brodelnder Kochtopf, dessen Dampfwolke bis zum Dach des Hotels und darüber reichte. Ein phantastischer Anblick! So entspannt ging ich dann ins Bett, klimperte mir noch die Route des nächsten Tages zusammen und schnarchte mir dann entspannt einen.

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