Roadtrip USA – Los Angeles, Windräder, Flugzeuge, Meth

 In Reisen und Bilder, USA

Nach einem längeren Abend hieß es dann mal wieder früh raus aus den Federn. Die Federn im Mariott Residence Inn waren auch wirklich gut. Wie eigentlich fast alle Federn in denen ich lag. Selbst in preiswerten Motels waren die Betten außerordentlich bequem und gemütlich, nur ein einziges mal hatte ich ein Zimmer, das ich dann doch lieber zurückgab. Keine Ahnung was da drin gestorben ist, was auch immer es war, die Verwesungdüfte jedenfalls erschienen mir nicht als sonderlich gesund. Aber dazu später mehr. Der Morgen begann erstmal ohne Frühstück, dafür mit leicht bewölktem Himmel und staufreien Straßen. Zum Frühstück hatte mir meine reizende local Guidine die berühmte eggslut, zu deutsch, Eierschlampe, empfohlen. Ein aus einem hippen Foodtruck, zu deutsch, Fraßkarre, entstandenem Frühstückslokal. Die Fahrt war fix, und Downtown LA eine Reise wert. Nur die Parkplätze waren nicht der Knaller, entweder Parkuhren oder bezahlte Parkplätze die gleich für einen kompletten Tag kassierten. Auch wenn man nur 2-3h dort stand. Irritierenderweise lagen diese Parkplätze direkt neben den Wolkenkratzern. Hier ein großer Betonturm, daneben mit Asphalt zugekippter Sand. Aber die Sache mit dem Land der Gegensätze hatten wir ja schon ein oder zweimal.

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Das verrückte Huhn im Vordergrund und im Hintergrund schaut schon das Rathaus raus. Erstaunlich waren die vielen kleinen Flachbauten in der so genannten Innenstadt.

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Es ist doch immer wieder toll, wenn man in einer fernen Foodlocation dann doch wieder ein paar bekannte Köstlichkeiten wiederfindet. Hab mich dann aber doch der Landesküche gewidmet, zu Konopke ists einfach kürzer als nach Los Angeles.

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Eins meiner Lieblingsbilder

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Morgens is es im Grand Central Market noch relativ leer, aber kaum waren wir fertig, war der Laden auch schon proppevoll. Unter der Woche garantiert richtig übel. Ein weiterer Grund dafür, in der Nebensaison zu reisen. Da hat man einfach mehr Platz und die Ansehnlichkeiten sind weniger durch Touris wie mich verstellt.

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Der Schweinefettfacharbeiter bei der Arbeit. Leider ist dies kein geschützter Ausbildungsberuf, so dass sich auf diesem Gebiet leider auch viele Laien herumtreiben. Dieser Schweinebauchartist hingegen verstand sein Handwerk und lieferte gute Arbeit ab. Das Essen an sich war aber schon arg teuer. Knapp 10 Tacken für ein Glas Kartoffelbrei mit Ei, Brot und Speck war schon krass. Aber so ist eben wenn man hipstern will, da zahlt man viel und der Preis bestimmt die Güte. Vor dem Fresstempel gab es dann auch den nächsten denkwürdigen Moment. Eine Frau, die in einem Ladeneingang in ihrer Pisse lag, echauffierte sich über irgendetwas. Dies tat sie auch ziemlich lautstark gegenüber den hinzugerufenen Polizisten, immerhin durfte der Hipsterfressbetrieb nicht beeinträchtigt werden. Diese blieben aber sehr entspannt und regelten das. Das war wieder einer dieser Gegensatzmomente. Aber das mit den Gegensätzen hatten wir ja schonmal.

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Blubber blubber blubber

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Oh look! A Wolkenkratzer. und davor noch einer und davor was flacheres und auf der anderen Straßenseite n leerer Parkplatz- Irgendwie hab ich dieses Städtebaukonzept noch nicht so recht durchschaut.

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Ein klein wenig war ich doch enttäuscht, in GTA sahen die Häuser deutlich höher aus. Vielleicht liegts auch einfach nur daran, dass ich so groß bin, da verschiebt sich ja einiges in der Perspektive.

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Hochhäuser? – Check. USA? – Check. Broadway? – Check. Trotzdem hab ich keine jüdischen Musicalproduzenten gesehen, irgendwas muss ich da wohl doch falsch gemacht haben. Oder sind die morgens noch nicht auf der Straße um sich von hoffnungsvollen Nachwuchstalenten etwas vortanzen zu lassen?

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Noch mehr Sonne, Wolken, Häuser

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Das kommt davon, wenn man einfach nur die Bilder hochklatscht, ohne vorher sorgfältig zu sortieren. Irgendwann gehen einem einfach die Bildtexte aus. Was soll man auch sonst zu Beton, Glas, Wolken, Sonne schreiben?

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Und wieder fällt mir nichts spannendes ein, was ich hier drunterschreiben könnte. Vielleicht Baum Fahne Haus? Aber da fehlen Trennzeichen. Punkte sind schon ausgelutscht. .$Ziffer bringts auch nicht mehr. Vielleicht wenn ich die einzelnen Wörter dekompositiere? Uamb ~ Haehn ~ Shua Das klingt schön als Kunstwerkname. Und die Tilde unterstreicht den Anspruch. Alles ist im Fluss und bewegt sich, auch das Haus wenn die Erde bebt.

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Eine der geilsten Dinger die ich dort gesehen habe, sind diese Fahrradständer vor den Bussen. Kann man einfach runterklappen und dann wird das Rad dort reingestellt. In den San Franciscotischen Vororten sah ich auch ettliche belegte Fahrradständer. So kann man ÖPNV und Fahrrad schön verbinden. Erstaunlich bei den Bussen war auch, dass diese teilweise wie aus einem Stück gefräst aussahen, aber relativ moderne Technik verbaut war. Hatte was, so in etwa wie der Wiesmann, nur dass in den nicht so viele Leute passen.

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Manche bezeichnen eine Stadt als ihr Wohnzimmer, den Park als ihren Garten, die Straßen und Wege als ihr Fitnessstudio. Und dann gibt es noch die Leute, für die all das, das Schlafzimmer ist. Gleichzeitig auch noch Abstellkammer, Schrank, Tisch, Stuhl und Bett. Die schiere Masse der Menschen im Elend, direkt neben dem Glitzer ist erschreckend. Wo kommen sie alle her? Wie sind sie in ihre Situation geraten? Gibt es auch eine Chance da wieder rauszukommen? Versöhnlich stimmt dann aber der immer wieder auffallende Respekt der diesen Menschen entgegengebracht wird. Es ist kein kaltes Ignorieren, in vielen Gesichtern waren Wertschätzung und Mitleid zu sehen.

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Wie heißt diese Krimiserie in der eine Dienstmarker der Los Angeleser Polizei gezeigt wird und dazu dadadam Musik kommt? Auch wenn das Haus auf dem Foto das Rathaus und nicht das Polizeihauptquartier ist. Auf dem Turm gibt es oben auch eine Aussichtsplattform, aber leider war diese geschlossen als ich dort ankam. Aber ich hatte ja schon meine wundervollen Panoramausblicke genossen und von daher auch nicht gnatzig. Etwas, was ich mir für das nächste mal aufheben kann.

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Und nochmal dieselbe Butze von etwas dichter dran. Das Haus könnte auch in Moskau stehen oder ein Hakenkreuz obendrauf haben. Irgendwie haben sich die Baustile zu der damaligen Zeit nicht allzuviel genommen.

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Stahl und Glas und Bigges Business. Und wieder die Zweifel am städebaulichen Gesamtkonzept. Also nix gegen Hochhäuser, ganz im Gegenteil, ich liebe sie! Aber die viele Leere und die niedrigen, teilweise abrissreifen Häuser in unmittelbarer Nähe irriterten mich dann doch sehr. Baut man doch vorwiegend dort nach oben, wo der Platz knapp ist.

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Und wenn man sich mal nur ganz ganz kurz von den Hochhäusern wegdreht, könnte man sich wie in einer Kleinstadt vorkommen. Nur dass es hinter den Bergen mit der Bebauung nochmal weitergeht. Die Nachtbilder sind leider allesamt nix geworden, aber das Lichtermeer war schon beeindruckend. Eine gelblich/weiße flimmernde Matschemasse bis zum Horizont. Aber irgendwo müssen ja all die Menschen leben, die in den Wolkenkratzern arbeiten gehen.

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Nur n hübsches Foto.

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Könnte auch ne Starwars Hauptstadt oder das Verwaltungszentrum eines Weltenherrschers sein. Aber da gäbs keine Ranzschuppen umme Ecke.

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Kaum blendet der Geldpalast ob des Sonneneinfalls zu stark und man muss sich umdrehen eröffnet sich einem dieses Bild. Ranz Ranz Ranz. Aber immerhin mit Wassertank aufem Dach, falls es nicht doch eine getarnte Rakete ist.

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Immer diese staatlichen Übergriffe auf die persönliche Freiheit!! Ohne Waffen kann ich mich im Polizeirevier doch gar nicht gegen die Kommunistenmoslems verteidigen die mir mu freedom rauben wollen! Solche und ähnliche Schilder sieht man gar nicht so selten, und das, obwohl Kalifornien sogar ziemlich strenge Waffengesetze hat.

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Dit übliche. Parkplatz, Häuser und n Baum.

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In dieser hohlen Gasse muss er kommen. Oder wie heißt der Spruch? Leider waren die alle abgesperrt, wäre bestimmt auch mal interessant da durchzugehen. Aber wohnen möcht ich da nicht wenn das einzige Fenster nach hinten raus geht.

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Hochhaus kalt, Hochhaus will kuschlig eng beisammen stehen.

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Und ein weiteres Haus was eng daneben und muckeln will.

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Das war dann wieder auf dem Weg zurück zum Parkplatz, die Zeit dränge, langsam musste ich wieder in Richtung Wüste fahren. Wäre ich nicht so groß, würden die Kisten beeindruckender aussehen, aber innen fühlt man sich schon als King of the road. Vor allem, wenn man an das Equipment zwischen den Vordersitzen denkt. Hab aber nix böses angestellt und der Cop war echt supernett. Kann aber auch an der gemeinsamen Hautfarben gelegen haben. Ich weiß es nicht. Bei der Fahrt raus in die Pampa erlebte ich dann auch meinen ersten echten Amilandstau, es ging durch ein Tal, das quasi nur aus Straßen bestand. Wer bei Google Maps mal nach dem Newhall Pass sucht, kann sich ein schönes Gewürm aus Straßen, Brücken und Knoten anschauen. Bestimmt der Begriff Verkehrsknoten auch aus diesem Gewurschtel. Danach hatte ich den Großraum LA dann hinter mit gelassen und setzte Schnurstracks Kurs auf Palmdale und Mojave.

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Nach einer ganzen Weile Fahrerei auf wieder endlosen Straßen kam das nächste Zwischenziel in Sicht. Und danach hat es noch eine gute halbe Stunde gedauert bis ich endlich da war. Wenn die Amis einen Windpark bauen, dann richtig. Bei sovielen Mühlen kann auch die Uckermark nicht mithalten und der Durchschnittsnimby bekommt einen Herzinfarkt ob des Bürgerinitiativgründungsstresses. Es ist definitiv beeindruckend den Rädern beim Stromerzeugen zuzuschauen und sich gleichzeit über die fehlende Start-Stop-Automatik zu ärgern. Gegensätze…..

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Wüste und Pusterädchen

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Straße zu den Pusterädchen. Wen es interessiert und wer mal auf Google reisen will, das ist ist Oak Creek Road westlich von Mojave.

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nicht so ganz in Reih und Glied, oder ich hab zu sehr gewackelt.

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Nochmal ne Straße mit Wind und Strom und Rädern

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Mal eben ein paar neue Strippe ziehen.

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Irgendwann hatte ich dann genug neue Technik gesehen und mich dann der alten zugewandt. Leider war am Airport alles abgesperrt, aber einzwei halbwegs hübsche Bilder konnte ich dann doch noch machen.

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Blick in die Sabovich Street am Mojave Air & Space Port

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Mit den Spiegeln wurden früher Außerirdische kontaktiert. Heute haben die auch Internet.

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Falls jemand nen Flugzeugrumpf haben will, die Teile liegen hier einfach so rum. Einfach ranfahren und einsammeln. Bei mir haben sie leider nicht mehr ins Handgepäck reingepasst.

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Ne olle Herkules, nicht mehr zu 100% einsatzbereit

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Von denen dürften viele noch einsatzbereit sein, auch wenn bei einigen ein paar Türen offen stehen. 747 werden derzeit in großem Stil ausgemustert, weil die Hub&Spoke Architektur der Lininiennetze vielen Direktverbindungen wich und die großen Maschinen dafür einfach zu groß sind. Andererseits ist Atlas Air der größte Wet Lease Anbieter und hat da durchaus mehr Abstellbedarf als andere Fluggesellschaften.

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Überall die blöden Zäune.

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Ein paar Vögel gibt es auch noch. Solange sie nicht von einem Triebwerk aufgesaugt werden…. 

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Proletenschleuder vor ökologisch korrekter Kulisse.

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unökologische, nicht biologisch abbaubare Flugzeugreste vor erneuerbaren Energien.

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Manche Fluggesellschaften kleben ihre Logos ab, bevor sie ihre Flieger parken. Hier sieht man dass sich Lufthansa und Quantas schämen, ihre Maschinen zu parken oder abzuwracken. Dabei ist das ein ganz normaler Vorgang. Aber es könnte ja sein, dass ein Analüst Pinkelpause macht und eine abgestellte Maschine sieht und das Unternehmen als dem Untergang geweiht beschreibt. Und dann stürzt erst der Kurs ab, und danach die Anleger aus den Fenstern weil ihre Altersvorsorge futsch ist. Und alles nur weil ein Analüst an einer falschen Stelle Harndrang verspürte.

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Falls mal jemand eine paar Ersatzräder brauchen sollte. Vielleicht für seinen ICE

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Ich wette auf dieser Straße gibt es mehr Asphalt der noch nie von einem Reifen berührt wurde, als bereits von Gummi berührten Asphalt.

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Die sind da aber ziemlich ordentlich einsortiert.

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Einfahrt zur Edwards AFB. Da ich keine Bombe auf den Kopf bekommen wollte, habe ich den Rat auf den Schildern ernst genommen und bin da nicht reingefahren.

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Wie die Straßen, so die Gleise.

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Doch kein Überwachungsposten der unbedarfte Touristen, die die Straße zur Edwards AFB befahren, abknallen sollte, sondern eine Raketenforschungsstation der Air Force. Aber unter Umständen hätten die mich in ihre Forschungen einbezogen. Zwar hätte ich dann einen Beitrag zum technischen Fortschritt geleistet, mein Urlaub wäre dann aber nicht weiter fortgeschritten. Da muss man immer im Einzelfall entscheiden.

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Gleise in die andere Richtung. Kurven sind überbewertet. Aber es geht nicht so weit geradeaus wie in Australien.

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Schönes Schild.

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Kunstfoto

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Unkunstfoto

 

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Und die letzten Gleise

Danach ging es dann via Kramers Junction weiter nach Barstow, der angeblichen Meth Hauptstadt der USA. Leider war der örtliche Tourismusverband nicht in der Lage, diesem Ruf auch gerecht zu werden . Kein Meth weit und breit. Was für eine Enttäuschung. Dafür diverse Männer und Frauen in Marineuniformen, viele ärmliche Häuser mit gerümpeligen Vorgärten und eine schöne Touristengeisterstadt in der ich leider erst bei Anbruch der Dunkelheit einreiten konnte. Immerhin hatte man von dort einen schönen Blick ins Tal hinab und ist erstaunlich, wieviel man doch in so eine Wüste hinbauen kann. In Barstow selbst hatte ich dann eine ziemlich unangenehme Erfahrung, nicht so schlimm wie die von Johnny Depp in Fear and Loathing in Las Vegas, aber das Motelzimmer kam dem schon sehr nahe. Unter dem Teppich war irgendein undefinierbares etwas, jedenfalls war das kein Fußboden, es fühlte sich eher wie Sand an, es könnten aber auch tote Ratten gewesen sein. Dazu kam noch ein ekelhaft süßlicher Verwesungsgeruch mit Currynote. Selbst das Offenlassen der Tür half kein bißchen, so dass ich dem Economy Inn schnellstmöglich den Rücken kehrte und eine bessere Bleibe suchte und auch fand. Dort schlief ich dann auch fix ein, der letzte Tag hatte es dann nochmal in sich.

 

 

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